TSV zeigt sich mental frisch

Freiburger FC – TSV Ilshofen 1:4 (1:2)

Oftmals sind es Kleinigkeiten, die Spiele in der sehr ausgeglichenen Oberliga entscheiden. An manchen Tagen ist es die fußballerische Klasse, ein Geniestreich eines Spielers. An anderen Tagen ist es die Handlungsschnelligkeit in den Schlüsselmomenten einer Partie. Diese mentale Frische hatte der TSV Ilshofen am Samstag gegen den Freiburger FC als letztlich entscheidenden Vorteil auf seiner Seite. Und das obwohl die Anreise ins 275 km entfernte Freiburg beileibe nicht nach Plan lief. Der Mannschaftsbus geriet in einen Stau, wodurch sogar der Anpfiff um 15 Minuten nach hinten verschoben werden musste. Dass seine Spieler trotz allem hellwach in die Partie gingen, imponierte Cheftrainer Michael Hoskins nach dem Schlusspfiff: „Den Stau und die fast fünfstündige Anfahrt haben wir gut weggesteckt. Ich bin unglaublich stolz, dass uns heute nichts umgehauen hat.“ Ganz im Gegenteil, denn in den entscheidenden Situationen wirkten die Akteure des TSV Ilshofen frischer als ihre Gegenspieler, die spielerisch ebenfalls zu überzeugen wussten und sogar die Chance auf die Führung hatten. Dem Ilshofener Führungstor in der 18. Minute ging ein blitzsauberer Angriff voran. Daniel Schelhorn hatte die Sequenz eingeleitet. Sein Zuspiel auf Nico Rodewald leitete dieser gedankenschnell direkt auf Maximilian Eiselt weiter, der dadurch viel Platz hatte und seine Hereingabe ungestört in den Strafraum bringen konnte. Eigentlich war dann Verteidiger Matthis Eggert zuerst am Ball. Er konnte ihn jedoch nicht schnell genug aus der Gefahrenzone schlagen, wodurch Nutznießer Benjamin Kurz nur noch einschieben musste.

Noch stärker erkannte man den Kontrast an diesem Tage in der Entstehung des zweiten Ilshofener Treffers. Stani Bergheim setzte seine Gegenspieler inklusive Torhüter Niklas Schindler stark unter Druck. Nebenmann Benjamin Kurz erkannte die sich bietende Chance und tat seinem Mitspieler gleich. Prompt trieb er den ballführenden Schindler so in den Fehler, dass der Schlussmann ihm den Ball direkt in den Fuß spielte. Kurz musste den Ball abermals nur noch über die Linie bugsieren. Der FFC kam zwar kurz darauf zum Anschlusstreffer durch Fabian Sutter, der freistehend am langen Pfosten keine Mühe hatte, die Hereingabe von Alexander Martinelli zu verwerten, doch mehr sollte den Gastgebern an diesem Tag nicht gelingen. Ilshofen konnte die Führung bis zur Pause halten und nach gut 50 Minuten den dritten Treffer nachlegen. Torschütze war erneut der Gerabronner Torjäger Benjamin Kurz, der diesen mit einem gewonnenen Kopfball 40 Meter vor dem Tor sogar selbst einleitete. Spätestens zu dieser Zeit übernahm Kurz dann auch die Hauptrolle in diesem Spiel. Angesprochen auf seinen ersten Dreierpack in der Oberliga, war ihm allerdings besonders die „super Teamleistung“ wichtig. „Wir haben uns super reingekämpft und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wer dann am Ende das Ding über die Linie drückt, ist zweitrangig auch wenn ich mich natürlich extrem über meinen ersten Oberligadreierpack freue.“

In der Folge stellte FFC-Trainer Ralf Eckert sein Spielsystem um, auch weil seinen Routiniers Marco Senftleber, Fabian Sutter und Mike Enderle nach kräftezehrenden Wochen die Kraft fehlte, um weiter dagegen zu halten. Die erhoffte Wirkung blieb jedoch aus. „Vom Kopf und Geist war der Gegner vor allem in den letzten 30 Minuten besser“, zollte FFC-Trainer Ralf Eckert den Gästen Respekt. Daher sei die Niederlage „auch verdient.“

Mit dem Schlusspfiff fiel durch Dominik Pfeifer noch der vierte Treffer für die Hohenloher, nachdem der eingewechselte Jonas Lausenmeyer mit tollem Einsatz dem eigentlich schon verloren gedachten Ball nachging und ihn an der Torauslinie im Spiel hielt.

Tore: 0:1 Benjamin Kurz (18.), 0:2 Benjamin Kurz (26.), 1:2 Fabian Sutter (30.), 1:3 Benjamin Kurz (51.), Dominik Pfeifer (90.)

TSV Ilshofen: Karel Nowak, Maximilian Egner, Dominik Pfeifer, Baba Mbodji, Nico Rodewald (81. Timo Brenner), Stani Bergheim (65. Simon Wilske), Maximilian Eiselt, Benjamin Kurz (71. Jonas Lausenmeyer), Lukas Lindner (71. Sangar Aziz), Dominik Rummler, Daniel Schelhorn

Schiedsrichter: Marc List (Ravensburg)