TSV ist endgültig im Abstiegskampf angekommen

TSV Ilshofen vs TSG Backnang 0:3

Wenn ein Ball ins Netz fliegt, dann gibt das ein sirrendes Geräusch. Der französische Weltmeister Zinedine Zidane hat dieses „ssst“ einmal als sein Lieblingsgeräusch im Fußball bezeichnet. Gestern Nachmittag war dieses „ssst“ in der 55. Minute besonders lang, denn der Ball berührte erst das Netz unmittelbar hinter der Latte und traf erst dann auf das rückseitige Netz.

Diesen Schuss hatte Michele Varallo abgegeben und damit die Partie für die TSG Backnang entschieden. Bis zur Winterpause stürmte der Italiener noch für den TSV Ilshofen. „Anfangs hatten wir Schwierigkeiten“, gab er zu, „doch mit der Zeit wurde es immer besser. Wir waren einfach psychisch stärker. Das kenne ich noch anders“, verwies Varallo auf die erfolgreiche Vorrunde des TSV Ilshofen, in der dieser 28 Punkte holte. In der Rückrunde sind es lediglich sechs – und es stehen nur noch vier Spiele an.

Das 0:2 war für die rund 500 Zuschauer sichtbar der Nackenschlag für die vor allem psychisch angeschlagenen Ilshofener. Jedes Mal das Gleiche“, brummte Benjamin Kurz enttäuscht. Was er meinte: Ilshofen spielt fast immer ordentlich bis gut mit, doch nach dem ersten, spätestens nach dem zweiten Gegentor bricht das Team zusammen.

Backnangs Trainer Evangelos Sbonias konnte ausgelassen mit seinen Jungs den Sieg feiern. Der Gesang war reichlich schräg, „zum Glück können die Jungs wesentlich besser Fußball spielen“, meinte er mit einem Grinsen. „Bis auf den Beginn war das sehr souverän. Wenn man bedenkt, dass wir am Samstag erst unser erstes „Abstiegsendspiel“ hatten, dann hierherkommen und bei gefühlt 30 Grad das so souverän machen, dann sagt das schon was aus. Andererseits: Wenn wir nicht diese Siegesserie hinlegen würden, wären wir schon weg.“

Sbonias vergaß trotz des Jubels um ihn herum nicht die erste interessante Szene des Spiels. „Wenn der gesessen hätte, dann wäre vieles wohl anders gelaufen“, vermutete er. Niklas Wackler war von Daniel Schelhorn bedient worden, hatte freie Schussbahn, doch traf er nicht.

Backnangs Torhüter Marcel Knauß lenkte den Ball zur Ecke. „Ja, das hätte uns guttun können“, meinte Ilshofens Spielertrainer Ralf Kettemann. Der Unterton verriet, wie ernst er das meinte, nämlich sehr. Doch auch wenn der 32-Jährige ob des Auslassens der Gelegenheit enttäuscht war, war ihm etwas anderes mehr aufgestoßen: „Heute waren wir 75 Minuten lang echt schlecht.“

Nach dem guten und vor allem auch leichtfüßig wirkenden Beginn schafften es die Ilshofener nicht mehr, die kleinen Räume, die sich noch boten, für sich zu nutzen. Backnang machte längst nicht alles richtig, kam aber dennoch besser ins Spiel. So war es bis zur 40. Minute eine Begegnung, die wohl mit 0:0 in die Pause gegangen wäre, hätte nicht Backnang sich in der 40. Minute einen Eckball erspielt. Der flog hoch in den Strafraum. Das erste Kopfballduell endete unentschieden, der Ball flog senkrecht nach oben. Die Ilshofener verfolgten interessiert den Flug des Sportgeräts, aber nur Backnangs Thomas Doser ging entschlossen zum Ball und nickte ihn ins lange Eck.

Zwar versuchte es Ilshofen nach dem Wechsel, doch der Ex-Teamkollege Varallo sorgte dafür, dass der Glaube schwand. Es wirkte so, als hätten alle Ilshofener Bleiwesten an. In vielen Situationen spürte man, wie die Kicker nachdachten und sich anstatt für die naheliegende Lösung für eine andere entschieden, die selten zum Erfolg führte.

Umgekehrt spielte Backnang mit dem Selbstvertrauen, das man hat, wenn man nach der Winterpause 17 Punkte auf den Konkurrenten aufgeholt hat. Bezeichnend dafür das dritte Tor durch Torjäger Mario Marinic, der eine Flanke artistisch verwertete. Er hob den Ball so geschickt über Torwart Karel Nowak, dass dieser trotz höchster Streckung keine Chance hatte.

Nach dem Spiel standen die Ilshofener im Kreis. Dario Caeiro, Vorstand Fußball beim TSV, ergriff das Wort, appellierte an die Spieler. „Wir sind nicht weg. Wir haben immer noch einen Punkt mehr als Backnang. Es liegt an uns, dass das so bleibt.“

Am kommenden Wochenende gastiert der TSV Ilshofen bei der SGV Freiberg, die zwar in der Tabelle auf Rang 4 steht, aber zuletzt auch einige Punkte liegen ließ.