TSV holt 3 Punkte gegen Bissingen

Manchmal ringen selbst aktiv Beteiligte um eine Erklärung. „Ich weiß es nicht“, gestand Daniel Schmelzle. „Auf einmal lief es und dann wussten wir auch, dass wir es können“, meinter der Ilshofener Innenverteidiger. Vielleicht war das Startsignal die Szene, als Lukas Lienert nach 24 Minuten mit dem Ball mehr als 25 Meter spurtete und es am Ende einen Eckball gab.

Denn zuvor waren die Ilshofener zaghaft, oder wie es Trainer Ramazan Kandazoglu ausdrückte. „Wir waren gar nicht präsent. Marc hat uns im Spiel gehalten.“

Torhüter Marc Göltenboth reagierte dreimal hervorragend in den ersten 15 Minuten. „Und danach zeigen wir so eine Leistung“, drückte es Bissingens Markus Lang aus, der das Gefühl hatte, dass seine Mannschaft sich willenlos ergab. „Die erste gelbe Karte in der 88. Minute! Nicht, dass sie wild foulen sollen, aber dagegenhalten, das muss sein.“

Doch nichts davon war zu sehen, nachdem Ilshofen die Führung erzielt hatte. Julian Schiffmann schoss einen Eckball, und zur Überraschung aller ging dieser in die hintere Ecke. „In Führung gegangen sind wir in den vergangenen Spielen auch, doch diesmal haben wir zum richtigen Zeitpunkt nachgelegt“, freute sich Ramazan Kandazoglu. Das 2:0 war ein stark herausgespieltes Tor über Sacha Esau, Lukas Liener, wieder Sascha Esau und Benjamin Kurz, der vollendete. Das war nur drei Minuten nach dem Führungstreffer und gleichzeitig kurz vor der Pause.

Agiler Sascha Esau

Nach dem Wechsel hatte Ilshofen weiterhin die Partie voll im Griff. Bissingen kam zu keiner nennenswerten Gelegenheit, während Ilshofen nach 59 Minuten beinahe nachlegte. Nach einer Ecke schoss Sascha Esau knapp vorbei. Doch der 20-Jährige sollte sich etwas später für sein schwungvolles Spiel belohnen. Erst wurde seine flache Hereingabe noch geblockt, doch dann lag der Ball frei und er drückte diesen über die Linie.

Und wieder gelang Ilshofen ein weiteres schnelles Tor. Vier Minuten später bediente Dominik Rummler, der nach 30 Minuten für den verletzten Moritz Lindner kam, in der Mitte den seit Wochen am konstantesten spielenden Ilshofener: Eren Aygün. Dieser lenkte den Ball zum 4:0 ins Tor. Und selbst danach hätten noch weitere Treffer fallen können, wenn nicht Bissingens Schlussmann Henning Bortel aufmerksam gewesen wäre.

„Wir waren sehr diszpliniert in der defensiven Ordnung“, nannte Ramazan Kandazoglu den wichtigsten Faktor für den deutlichen Erfolg. Während er von einem Aufschwung seines Teams sprechen konnte, meinte sein Gegenüber Markus Lang: „Das war ein Rückschritt, und zwar ein deutlicher.“ Und er fügte hinzu: „Direkt nach dem Spiel sind hier deutliche Worte gefallen, sehr deutliche. Das muss in einer solchen Situation auch mal sein.“

Die Nichtabstiegsplätze sind für den TSV Ilshofen nun acht Punkte entfernt. Das ist auch für die verbleibenden zwölf Partien eine ganze Menge, auch wenn der TSV Ilshofen den Rückstand etwas verkürzt hat. Um entscheidend näherzukommen, muss der TSV seine bislang schwache Auswärtsbilanz verbessern. Am kommenden Wochenende ist er beim 1. Göppinger SV zu Gast, der immerhin Tabellendritter der Oberliga ist.

Quelle: Haller Tagblatt