Kurz entscheidet die Partie

TSV Ilshofen vs FC 08 Villingen 2:0

Tore: 1:0 Sangar Aziz (39.), 2:0 Benjamin Kurz (85.)

Wieder drei Punkte in der Oberliga Baden-Württemberg

Im Laufe dieser Oberliga-Saison hat Ilshofens Spielertrainer Ralf Kettemann des Öfteren schon betont, wie wichtig es ist, 1:0 in Führung zu gehen. Diese These hat sich auch am Samstag gegen den FC Villingen bewahrheitet. In einem ausgeglichenen Spiel gewinnt der TSV gegen den Vorjahresvizemeister sogar mit 2:0.

Die ersten 45 Minuten bieten vor allem viele Zweikämpfe im Mittelfeld. Beide Teams lassen so gut wie keine Gelegenheiten zu. Es ist ein typisches 0:0, in dem sich beide Teams neutralisieren. „Aber wenn wir es schaffen, eine Partie gegen Villingen zu neutralisieren, dann ist das ein Mega-Kompliment für uns“, ordnet Ralf Kettemann ein. Lediglich Benedikt Haibt hat für die Gäste eine gute Schusschance, aber sein Versuch geht zwei Meter über den Kasten.

Statt vieler Torchancen sehen die rund 400 Zuschauer viele Zweikämpfe im Mittelfeld. Ilshofens Niklas Wackler blutet nach einem Duell an der Eckfahne im Mund. Die Blutung lässt sich nicht so einfach stoppen. Fünf Minuten lang steht er an der Seitenlinie, bis er wieder aufs Spielfeld zurück darf. Kurz danach rasseln Lukas Lindner und der Villinger Mauro Chiurazzi mit den Köpfen zusammen, aber beide können nach kurzer Behandlung weitermachen. Lukas Lindner muss hingegen kurz vor der Halbzeit mit einer Oberschenkelzerrung ausgewechselt werden.

Abgefälschtes 1:0

Dass Niklas Wackler trotz der Blutung zurückkehrt, erweist sich kurz darauf als entscheidend. Zunächst luchst Dominik Rummler an der Außenlinie seinem Gegner den Ball ab und passt auf Wackler weiter. Das Ilshofener Eigengewächs zieht in die Mitte und passt in den Lauf von Sangar Aziz, der Richtung Tor läuft. Aus rund 18 Metern schließt Aziz ab. Sein Schuss wird noch leicht abgefälscht und landet so im Tor (1:0, 39.). „Es war am Anfang schwer für ihn, weil nach seinem Wechsel zu uns nur Kurzeinsätze hatte. Das ist ihm sehr schwer gefallen. Er ist ein Heißsporn und er wollte einfach zu viel“, sagt Kettemann über Aziz. Gegen Freiberg habe er dann seine Chance bekommen und sie genutzt. Auch in Ravensburg habe er gut gespielt. „Für mich war es die logische Konsequenz, dass er heute trifft. Er setzt jetzt die Dinge um, die wir von ihm verlangen“, lobt Kettemann den 20-Jährigen.

Mit der Führung im Rücken konzentrieren sich die Hausherren in der zweiten Hälfte auf das, was sie in dieser Spielzeit am besten können: das Verteidigen. Die Villinger schaffen es kaum, Druck aufzubauen, geschweige den Möglichkeiten herauszuspielen. Ilshofen agiert aufmerksam, stellt die Räume zu und gewinnt die wichtigen Zweikämpfe.

Kurz sprintet dazwischen

Ein Joker, der stets seine Schnelligkeit und seine Athletik in die Waagschale wirft, sorgt dann für die Entscheidung. Der neun Minuten vorher eingewechselte Benjamin Kurz erläuft eine zu kurz geratene Rückgabe auf den Villinger Torwart Christian Mendes. Mit einem Lupfer legt sich Kurz dann den Ball vor und schiebt locker ins leere Tor ein (2:0, 85.). Wie für Aziz ist es das erste Saisontor für Kurz, der wegen einer Knieverletzung lange gefehlt hat und sich nun wieder rangekämpft hat. „Bei solchen Spielsituation ist Benni sensationell. Wenn wir auf Konter spielen können, möchte ich nicht gegen ihn verteidigen, weil er die Läufe in die Tiefe macht. Man hat gesehen, wie sehr er sich über den Treffer gefreut hat“, erklärt Kettemann.

Villingens Coach Jago Maric ist nach der Niederlage hingegen bedient. „Wir haben es nicht geschafft, uns während der 90 Minuten durchzusetzen. Der Unterschied war, dass wir heute zwei Tore verschenken, weil wir einmal den Ball verlieren und dann einen zu kurzen Rückpass spielen. Momentan fehlt uns der letzte Wille, deswegen geht der Ilshofener Sieg in Ordnung.“