Interview: Dominik Rummler

„Jeder wird gleich behandelt“

Der 26-jährige Dominik Rummler startet an diesem Sonntag mit dem TSV Ilshofen in die zweite Oberliga-Saison.

Zusammen mit Benjamin Kurz und Lukas Lienert gehört er zu den dienstältesten Akteuren im Kader der Ilshofener. Dominik Rummler spricht im Interview, warum er so fit wie lange nicht ist, ob sich seine Einstellung zum Fußball geändert hat und warum der TSV die Klasse hält.

Herr Rummler, Sie sind in der Rückrunde lange ausgefallen. Sind Sie jetzt wieder 100 Prozent fit?

Dominik Rummler: Ich bin bei 110 Prozent (lacht). Ich hatte einen Muskelbündelriss an der Oberschenkelvorderseite und bin praktisch die komplette Rückrunde ausgefallen. Jetzt ist es sogar die erste Vorbereitung, seitdem ich hier bin, die ich ohne Probleme absolvieren konnte. Daher fühle ich mich nun wirklich topfit.

Das Team hat sich in der Rückrunde lange sehr schwergetan und Sie waren an der Seitenlinie und konnten nicht eingreifen. Wie war dieses Gefühl?

Das war schon schlimm, wenn man dem Team zwar außerhalb, aber nicht auf dem Platz helfen kann. Lieber stehe ich auf dem Feld und verliere unter Umständen, als dass man nur draußen sitzt und es sich anschauen muss.

Waren Sie nervöser draußen als auf dem Feld als Spieler?

Es ist eine andere Anspannung. Der Druck auf dem Feld ist dann doch noch höher. Ich habe auch mal mit unserem Kapitän Maximilian Egner darüber gesprochen. Er hat auch gesagt, dass es auf dem Platz schon eine andere Nervosität ist.

Unter der Woche standen Sie wieder auf dem Platz beim WFV-Pokalspiel gegen die Sportfreunde Hall. Wie haben Sie die 120 intensiven Minuten erlebt?

Das war wirklich intensiv. Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so viel gelaufen bin (lacht). Der schnelle Ausgleich tat uns natürlich gut, sonst wäre es gegen einen tiefstehenden Gegner schwer geworden. Ich war nach dem Schlusspfiff erleichtert und froh, dass wir nach Verlängerung 2:1 gewonnen haben. So ein Derby vor toller Kulisse ist einfach geil.

Haben Sie noch eine enge Beziehung zu Ihrem Heimatverein Hengstfeld?

Ich bin da Jugendtrainer bei der E-Jugend zusammen mit meinem alten Jugendtrainer Jochen Trumpp. Was er für mich gemacht hat damals, will ich ihm jetzt gern zurückgeben, weil auch sein Sohn in der Mannschaft spielt. Er hat sich damals Mühe gegeben mit mir, damit ich mich verbessere. Als ich zum Beispiel am Knie oder an der Hüfte verletzt war, hat er mich oft besucht. Er wollte, dass es mit mir wieder schnell vorwärts geht. Mir macht es sehr großen Spaß, die Kleinen betreuen zu dürfen.

Sie gehen jetzt in Ihre sechste Saison mit dem TSV. Wie hat sich der Verein in dieser Zeit verändert?

Eigentlich gar nicht viel. Man hört es ja jedes Jahr bei der Saisoneröffnung von den Neuzugängen, wie gut alle hier aufgenommen werden. Hier wird niemand gemustert und es werden keine Vorurteile gefällt. Jeder hat seine Chance und jeder wird gleich behandelt und das finde ich sehr gut.

Hat sich Ihre Einstellung zum Fußball geändert seit den Zeiten in der Kreis- und Bezirksliga in Hengstfeld?

Nein, gar nicht. Wenn ich in der Kreisliga verloren habe, war ich genauso sauer wie jetzt. Das hat mich immer gefuchst. Fußball ist für mich das Größte und wenn meine Einstellung früher nicht so gewesen wäre wie jetzt, würde ich heute nicht hier spielen. Als ich damals nach Ilshofen gewechselt bin, hätte ich aber nie gedacht, dass ich mal in der Oberliga spielen werde.

Sie sind ja 2014 noch als Offensivspieler hierhergewechselt …

Ja, der Kette (Ralf Kettemann, bis letzte Saison noch Spielertrainer in Ilshofen, Anmerk. d. Red.) hat mich angerufen und gefragt, ob ich es mir anschauen möchte. Nach dem ersten Training meinte er, dass es schon Schlechtere als mich gab (lacht). Ich dachte mir dann: Gut, wir probieren das einfach mal. In den ersten zwei Jahren habe ich hier auch vorne gespielt, aber meine Torquote war nicht so stark (lächelt). Bei einem Testspiel hat mich Kette dann als Innenverteidiger aufgestellt. Das war eine große Umstellung, aber ich habe die Rolle angenommen und es hat ganz gut funktioniert. Mittlerweile spiele ich meist auf der Außenbahn.

Mit Michael Hoskins hat der TSV nun einen neuen Trainer. Er macht den Eindruck, dass er von seiner Art her sehr gerade aus ist …

Ja, er pflegt eine sehr direkte Ansprache. Wenn man eine Halbzeit lang schlecht spielt, dann bekommt man das in der Pause deutlich gesagt. Das muss man wissen und damit auch umgehen können.

Am Sonntag treffen Sie am ersten Spieltag auf den Aufsteiger Rielasingen-Arlen. Was wissen Sie über diesen Gegner?

Nicht viel. Seit wir gegen Freiburg vor zwei Jahren in der Aufstiegsrelegation gespielt haben, habe ich zumindest die Ergebnisse in der Verbandsliga Südbaden verfolgt. Daher weiß ich, dass Arlen mehr als 100 Tore geschossen hat, nicht viele kassiert hat und im Pokalfinale gegen den Oberligisten Villingen verloren hat. Generell hat man als Aufsteiger noch die Euphorie, das weiß ich auch von uns letztes Jahr. Da ist dann schon Power da. Von daher wird es mit Sicherheit ein schwieriges Auswärtsspiel. Unser Auftaktprogramm mit Rielasingen, daheim gegen Reutlingen und beim VfB Stuttgart II ist nicht einfach.

Was macht Sie optimistisch, dass Ilshofen ein zweites Mal die Klasse hält?

Das Team. Wir haben eine gute Mischung und der Kader ist qualitativ breiter aufgestellt als letzte Saison. Wir brauchen vielleicht ein bisschen Zeit mit dem neuen Trainer und den Neuzugängen. Ich habe aber wirklich ein gutes Gefühl, dass wir drinbleiben. Falls die ersten Spiele nicht so gut laufen sollten, werde ich den Teufel trotzdem nicht an die Wand malen.