Hoskins übernimmt den TSV

Fast wäre es gar nicht dazu gekommen, dass Michael Hoskins neuer Trainer des TSV Ilshofen wird. „Als ich ihn angerufen habe sagte er mir: Dario, wir können uns gerne unterhalten, aber es gibt keine Chance“, berichtet Dario Caeiro, Vorstand Fußball beim TSV Ilshofen, von der ersten Kontaktaufnahme. Hoskins bestätigt das: „Ja, das war so.“ Er plante bereits die neue Saison mit der U 19 des VfR Aalen. „Wir haben dort ein tolles Team für die neue Runde zusammengestellt und dieses wollte ich unbedingt trainieren.“ Doch manchmal kommt es eben anders.

Im Endeffekt lief die Kommunikation beim VfR Aalen schief, beschreibt Hoskins die Umstände, die dazu führten, dass er sich doch intensiver mit dem TSV Ilshofen beschäftigte. Dario Caeiro hatte Hoskins’ Namen von Niklas Wackler und Daniel Schelhorn erfahren, die unter diesem beim VfR Aalen trainierten. Caeiro lud Hoskins zum Heimspiel des TSV gegen den FV Ravensburg ein. Ilshofen gewann das Spiel 1:0 durch ein spätes Tor von Niklas Wackler, Hoskins ehemaligem Schützling. Dario Caeiro berichtete, dass er „während des Spiels sehr emotional war“. Er wusste nicht, wie das bei Hoskins ankommt und beschloss später mit ihm nochmal intensiv und in ruhiger Atmosphäre zu sprechen. Hoskins wiederum hatte während der Partie den Gedanken „Das wird nichts.“

Vielleicht war es tatsächlich Wacklers Tor, der den Stein ins Rollen brachte, dass beide Seiten doch zusammenkamen. „Wie die Mannschaft nach dem Spiel gefeiert hat, diese pure Freude, das hat mich schon beeindruckt“, gibt Hoskins zu.

Caeiro und Hoskins treffen sich erneut, diesmal in wesentlich ruhiger Atmosphäre. Der Ilshofener Vorstand schätzt Hoskins „klare, ehrliche Haltung. Michael ist ein akribischer Arbeiter und sehr detailverliebt.“ Umgekehrt sagt Hoskins, dass ihm wichtig ist, „dass Dario vom Fach ist. Außerdem engagiert er sich wahnsinnig für den Verein – und das braucht man.“

Hoskins informiert sich weiter über den TSV, fragt auch Michael Gentner an. Dieser ist der Bruder des VfB-Profis Christian Gentner und als Sportlicher Leiter für einen Teil der Stuttgarter Jugend verantwortlich. „,Wir sind seit mehr als15 Jahren gut befreundet, haben auch drei Jahre erfolgreich zusammengearbeitet. Da tauscht man sich dann natürlich aus“, berichtet Hoskins. Gentner kennt den TSV Ilshofen vom BWK-Arena-Cup. An diesem Hallenturnier für C-Junioren nehmen die Schwaben regelmäßig teil.

Was Hoskins erfährt, deckt sich mit seinen Erfahrungen. Letztlich sagt er bei einem weiteren Treffen mit Caeiro zu. Wohl wissend, dass der Klassenerhalt noch nicht gesichert ist. „Es gibt dieses worst-case-Szenario. Ich hoffe und glaube zwar nicht, dass es soweit kommt, aber dann spielen wir eben in der Verbandsliga.“

Was ihm wesentlich wichtiger ist: Er sieht viel Potenzial, sowohl in der Mannschaft als auch beim TSV Ilshofen allgemein. „Man sieht, dass Projekte umgesetzt werden. Das Vereinsheim, die Tribüne, die Laufbahn und vieles mehr, das in den nächsten Jahren noch auf der Agenda steht, zeigt, dass der Verein neben den schnellen Aufstiegen auch die Infrastruktur anpassen wird.“

Die Nachfolge von Ralf Kettemann, der acht Jahre den TSV geprägt hat, anzutreten sei natürlich speziell. Doch das Erbe belastet ihn nicht. „Das ist das Tolle: Ralf steht schon für eine tolle Spielkultur. Das erleichtert vieles.“

Infokasten

Michael Hoskins wird 1980 als Sohn eines US-amerikanischen Soldaten und einer Deutschen in Fort Knox/Kentucky geboren. Als er zwei Jahre alt ist, kehren seine Eltern nach Deutschland zurück. Hoskins trainierte den SV Ebersbach, die U17 und die U19 des VfR Aalen und arbeitete beim VfB Stuttgart im U16-Nachwuchsbereich. 2018 bewahrte er den TSV Essingen in den letzten vier Saisonspielen vor dem Verbandsligaabstieg.