„Furchtbar, aber das darf es sein“

TSV Ilshofen – 1. FC Normannia Gmünd 2:1

Tore: 1:0 Lukas Lindner (15.), 2:0 Daniel Schelhorn (22.), 2:1 Felix Bauer (60.)

Ilshofen / Hartmut Ruffer 17.09.2018

Oberligist TSV Ilshofen gewinnt nach guter erster und schlechter zweiter Halbzeit mit 2:1 gegen den Tabellenletzten 1. FC Normannia Gmünd.
Die Dramaturgie des Spiels schien darauf hinauszulaufen, dass Gmünd in der Nachspielzeit noch den Ausgleich erzielt. Das wankende Ilshofen sah sich einem Freistoß aus 18 Metern gegenüber. Baba Mbodji hatte zuvor einen Schussversuch abgeblockt, aber dabei den Arm angewinkelt und genau gegen diesen prallte der Ball. Schiedsrichter Felix Ehing pfiff, entschied auf Freistoß und schickte Baba Mbodji mit Gelb-Rot vom Platz. Der Senegalese schlurfte unglücklich vom Feld und war auch nach dem glücklichen Ende den Tränen nah.

Den Freistoß setzte Andreas Mayer knapp neben den rechten Pfosten – die Normannia hatte erneut ein Spiel verloren, das sie nicht hätte verlieren müssen. Der TSV Ilshofen freute sich über glückliche drei Punkte.

Deutliche Worte
Ilshofens Spielertrainer Ralf Kettemann fand deutliche Worte: „Die erste Halbzeit war sehr ordentlich, die zweite genau andersrum. Wir haben nicht mehr Fußball gespielt und auch den Kampf nicht angenommen. Es war furchtbar.“ „Aber“, fügte der Trainer hinzu, „das darf es auch mal sein angesichts dessen, was wir bislang geleistet haben.“

Ein paar Meter entfernt stand Normannias Trainer Holger Traub und konnte den Einsatz seines Teams nicht bemängeln. „Aber wir haben keine Konstanz. Wir müssen nicht nur 45 oder 70 Minuten gut spielen, sondern 90.“

In der Anfangsphase glich die Begegnung dem Spiel an einem Flipperautomaten. Beide Teams attackierten früh, so dass es kaum geordnete Spielzüge gab. Immer wieder flog der Ball zwischen Freund und Feind hin und her. Doch nach zehn Minuten hatte sich Ilshofen sortiert. Auf einmal standen Ralf Kettemann und Ramazan Kandazoglu in zwar kleinen, aber eben freien Räumen und waren damit nicht nur anspielbar, sondern konnten auch die Bälle geordnet nach vorne abspielen. Das 1:0 war so keine Überraschung mehr – und ärgerte Holger Traub dennoch immens: „Wir haben mal wieder Geschenke verteilt.“ Lukas Lindner stand nach einem Eckball und einer zu kurzen Abwehr ungedeckt und schoss den Ball ins Tor. „Es darf nicht passieren, dass in diesem Moment jemand so blank steht“, zürnte Traub.

Den Ilshofenern war das egal. Sie hatten nun die Spielkontrolle. Zudem musste nach 23 Minuten Daniel Serejo wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt werden. Kaum war Felix Bauer für ihn auf dem Feld, kassierte Gmünd den nächsten Gegentreffer: Lukas Lindner schickte Daniel Schelhorn steil. Der hatte nach elf Minuten aus ähnlicher Position noch vergeben, doch diesmal vollendete er zum 2:0 – zur großen Freude der rund 300 Zuschauer.

Nach etwas mehr als 30 Minuten musste dann erstmals Jonas Wieszt eingreifen und parierte gegen Felix Bauer. Ralf Kettemann war mehr und mehr unzufrieden und blaffte häufiger seine Spieler an. Doch es sollte nicht mehr besser werden.

Denn zum einen zeigten die Gmünder nach dem Wechsel Moral und eine andere Körpersprache, zum anderen schien Ilshofen nur noch auf „Ergebnis verwalten“ aus zu sein. „Wir haben momentan keinen, den wir einfach mal lang schicken können“, wies Kettemann auf die Verletztenliste hin. Benjamin Kurz, der in solchen Situationen früher gerne gesucht und oft gefunden wurde, steigt erst in zwei Wochen wieder ins Lauftraining ein.

Zuschauer werden nervös
Nach einer Stunde traf Felix Bauer mit einem strammen Rechtsschuss zum 1:2 aus Gmünder Sicht. Spätestens nach 75 Minuten wurden die Zuschauer immer nervöser, da Ilshofen keine geordnete Entlastung mehr schaffte. Jonas Wieszt lenkte einen Kopfball an die Latte und acht Minuten vor dem Ende raufte sich Gmünds Kapitän Stephan Fichter die Haare, da er freistehend den Ball über die Latte gejagt hatte. „Unsere Moral war toll. Das gibt Motivation für die nächsten Partien“. meinte Holger Traub.

Beim TSV Ilshofen fiel man sich mit einer großen Portion Erleichterung in die Arme. Zwölf Punkte hat der Aufsteiger nach sieben Spieltagen gesammelt. „Jetzt fehlen nur noch 28“, meinte Fußball-Vorstand Dario Caeiro. Er glaubt, dass sein Team mit 40 Punkten die Klasse wird halten können.

SO SPIELTEN SIE

TSV: Jonas Wieszt, Maximilian Egner, Baba Mbodji, Dominik Rummler (73. Marcel Hossner), Lamar Yarbrough (69. Simon Wilske), Lukas Lienert, Daniel Schelhorn, Ralf Kettemann, Niklas Wackler (82. Sangar Aziz), Ramazan Kandazoglu, Lukas Lindner.

Normannia Gmünd: Yannick Ellermann, Stephan Fichter, Patrick Lämmle, Daniel Stölzel, Daniel Queiroz Serejo (22. Felix Bauer), Fabian Kianpour (88. Nermin Ibrahimovic), Francis Ubabuike (73, Niklas Groiß), Alexander Iatan (65. Toni Suddoth), Marvin Gnaase, Andreas Mayer, Fabian Kolb

Schiedsrichter: Felix Ehing (Engen)

Unter https://www.fupa.net/galerie/tsv-ilshofen-1862-1-fc-normannia-gmuend-286417/foto1.html gibt es die Bilder vom Spiel – Danke Werner Kurz!