Favoritenrolle ist klar verteilt – Spvgg Gröningen-Satteldorf vs TSV Ilshofen, 30.08.2017, 17.45 Uhr

Zwei Landesligisten hat der Verbandsligist TSV Ilshofen im WFV-Pokal schon ausgeschaltet. In der ersten Runde wurde der SV Fellbach mit 3:2 besiegt. Auch der TV Pflugfelden musste nach einem 2:5 gegen Ilshofen die Segel streichen. Am morgigen Mittwoch will die Ilshofener Mannschaft den dritten Gegner aus der Landesliga ausschalten. Allerdings müssen dafür die Männer um Spielertrainer Ralf Kettemann im Derby gegen die Spvgg Satteldorf bestehen.

„Je weiter man im Pokal kommt, desto ernster nimmt man ihn auch“, gibt Kettemann zu. Während in den ersten beiden Pokalrunden, die vor dem eigentlichen Saisonstart gespielt werden, der Fokus auf dem ersten Spieltag in der Liga liegt, wird nun auch der Cup-Wettbewerb attraktiver.

Kettemann deutet Veränderungen in der Aufstellung an, schließlich steht am Samstag schon das nächste Spiel gegen Normannia Gmünd an. „Wir haben viele gleichwertige Spieler. Es ist gut möglich, dass der ein oder andere Einsatzzeit bekommt, damit er sich zeigen kann“, so Kettemann.

Mit dem 2:0-Sieg in Pfullingen hat Ilshofen in die Erfolgsspur zurückgefunden. „Der Gegner hatte nicht die Qualität wie Hollenbach, aber wir haben hinten keine Fehler gemacht und konnten so unser Spiel aufziehen“, sagt Kettemann, der seinem Team eine ordentliche bis gute Leistung in Pfullingen attestiert.

Die Satteldorfer schätzt Ilshofens Spielertrainer als eine solide und ausgeglichene Truppe ein. Eine ihrer Stärken sei das robuste Spiel, was sie sicherlich am Mittwoch auch in die Waagschale werfen werde. Die beiden Trainer Kettemann und Satteldorfs Martin Weiß kennen sich gut, auch bei vielen Verantwortlichen der beiden Vereine sei das so. „Es wird mit Sicherheit zur Sache gehen, aber ich glaube nicht, dass es eine hitzige Atmosphäre geben wird. Zumindest wäre das, wenn es passiert, schade“, erklärt Kettemann.

Kein Risiko bei Gehring

Schlechte Erinnerungen hat der TSV an den nächsten Gegner noch aus der Vorbereitung. Mit 4:1 gewannen die Satteldorfer damals. „Aber das spielt jetzt keine Rolle mehr“, versichert Kettemann. „Klar sind wir als Verbandsligist der Favorit, aber in einem Pokalspiel, dazu noch ein Derby unter Flutlicht, kann wirklich alles passieren.“ Personell muss Ilshofen immer noch auf Maximilian Egner (Außenbandriss) verzichten. Torwart Karel Nowak wird nach seiner Oberschenkelverletzung in Pfullingen ebenfalls fehlen. „Es ist aber doch nicht so schlimm bei ihm“, macht Kettemann Hoffnung auf eine baldige Genesung von Nowak. Kein Risiko wollen die Ilshofener beim weiterhin angeschlagenen Jannis Gehring eingehen. Ob es für Chris Baumann reicht, entscheidet sich kurzfristig.

Die Spvgg Gröningen-Satteldorf ist mit einem Sieg und einem Unentschieden in die Landesliga-Saison gestartet, hat im WFV-Pokal die Klassenkonkurrenten TSV Pfedelbach und SV Breuningsweiler eliminiert. In diesen vier Spielen haben die Kicker vom Kernmühlenweg noch kein Gegentor kassiert. „Das ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft, nicht nur der Abwehr“, lobt Satteldorfs Trainer Martin Weiß sein Team. Er fügt aber an: „In Oeffingen war es kein typisches 0:0-Spiel, da haben wir zu viele Chancen zugelassen, hatten allerdings auch selber genug Möglichkeiten, von denen wir leider keine nutzen konnten.“ Weiß betont, dass die Favoritenrolle klar vergeben sei und dass seine Mannschaft ganz entspannt in die Partie gehen könne. „Das ist für uns jetzt ein schöner Bonus. Wir wollen so lange wie möglich mithalten und wenn es geht, Ilshofen ein wenig ärgern. Wir werden uns nicht verstecken, sondern versuchen, unser Spiel zu spielen.“ Der Trainer der Spvgg Satteldorf glaubt, dass der 4:1-Sieg gegen Ilshofen in der Vorbereitung kein Vorteil für seine Mannschaft sein wird. Im Gegenteil: „Durch das Ergebnis ist Ilshofen gewarnt. Aber das wird am Mittwoch ein ganz anderes Spiel als damals. Beide Trainer haben noch viel ausprobiert.“

Großes Lob für den Gegner

Den TSV Ilshofen sieht Martin Weiß als einen der Vereine, die im Kampf um den Aufstieg von der Verbandsliga in die Oberliga ein großes Wort mitreden werden. „Sie sind im Umfeld und vom Personal her sehr gut aufgestellt. Ilshofen hat sehr gute, technisch starke Einzelspieler mit höherklassiger Erfahrung, die aber als Mannschaft mit großer Geschlossenheit funktionieren und einen großen Willen haben“, lobt der Spvgg-Coach den Gegner.

Die Fußballfans in Hohenlohe dürfen sich auf ein packendes Derby im württembergischen Verbandspokal freuen. „Ich hoffe, dass morgen viele Zuschauer kommen“, sagt Weiß. Ob er im Vergleich zum Punktspiel am Sonntag ein paar Änderungen an der Aufstellung vornimmt, wisse er noch nicht. „Wir haben nicht so viele Möglichkeiten durchzuwechseln wie Ilshofen.“

Quelle: Haller Tagblatt | Joachim Mayershofer und Viktor Taschner | 29.08.2017