Engagierte Leistung wird nicht belohnt

TSV Ilshofen – SGV Freiberg 0:1

Tore: 0:1 Maximilian Rohr (23.)

Ilshofen verliert gegen Freiberg

Ilshofen / Viktor Taschner 05.11.2018

Gerne wird unter den Fans und Betreuern nach einem Fußballspiel gefachsimpelt, ob denn das Ergebnis der Partie gerecht gewesen ist oder nicht. Nach den 90 Minuten am Samstagnachmittag in Ilshofen fallen die Urteile einhellig aus. Die 0:1-Niederlage des TSV gegen das Spitzenteam aus Freiberg ist äußerst unglücklich.

„Wir haben ein brutales Powerplay aufgezogen“, beschreibt TSV-Spielertrainer Ralf Kettemann , wie die zweite Halbzeit über weite Strecken abgelaufen ist. Der TSV liegt zur Pause mit einem Tor hinten, weil er zwar taktisch diszipliniert agiert, aber sich viel mehr Ballverluste leistet als der Gegner.

Abwehrspieler erzielt Treffer
Einen dieser Ballverluste nimmt in der 23. Minute Freibergs Innenverteidiger Maximilian Roll in der eigenen Hälfte auf. Mit großen Schritten marschiert er nach vorne und spielt kurz nach der Mittellinie einen Doppelpass mit Leon Braun. Roll schlägt am Sechzehner einen kleinen Haken und vollendet dann in Mittelstürmer-Manier flach und platziert ins rechte Eck (0:1). „Es war eine ausgeglichene erste Halbzeit. Freiberg hat eben sehr viel Qualität bei solchen Umschaltsituationen“, erklärt Kettemann. Vielleicht wäre die Partie komplett anders gelaufen, wenn Baba Mbodji nach drei Minuten nach einer Ecke das Tor macht. Der Senegalese kommt im Fünfer mit dem Kopf an den Ball, setzt das Spielgerät aber über das Tor. Bei dieser Aktion verletzt sich der Abwehrmann, kurze Zeit später muss er wegen Schmerzen an der Hüfte raus. Kettemann zieht Lukas Lienert zurück in die Innenverteidigung und wechselt Simon Wilske fürs offensive rechte Mittelfeld ein.

Ab der 46. Minute spielen die Hausherren wie verwandelt. Alle schalten mindestens einen Gang höher, und prompt ergeben sich eine Reihe von Torchancen. Links bricht Carl Murphy vier- oder fünfmal gefährlich durch und flankt in die Mitte, wo die Ilshofener Stürmer den Ball knapp verpassen. In der 55. Minute haben die 450 Zuschauer schon den Torschrei auf den Lippen, als Simon Wilske eine dieser Flanken zwei Meter vor dem Tor mit dem Kopf erwischt, aber Freibergs Torwart Thomas Bromma wehrt den Ball mit einem Reflex auf der Linie ab. Fünf Minuten später schießt Lamar Yarbrough aus 16 Metern knapp links vorbei, 60 Sekunden später steht Sangar Aziz frei vor dem Tor, setzt den Ball aber neben den Kasten. In dieser Drangphase hat auch Kettemann eine sehr gute Schusschance aus 17 Metern, aber sein angedrehter Versuch geht haarscharf am Winkel vorbei. „Wir wollten eigentlich weiter mehr Ballbesitz haben und nicht so tief stehen. Aber schon in der Verbandsliga sind wir hier so unter Druck geraten. Ilshofen hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt“, räumt Freibergs Trainer Ramon Gehrmann ein.

In der Schlussviertelstunde setzt Ilshofen die Freiberger weiter unter Druck, aber die großen Torchancen bleiben dann aus. Auch ein dreifacher Wechsel in der 74. Minute führt nicht mehr zum Torerfolg. Stattdessen haben die Freiberger nun ihrerseits große Konterchancen, die sie aber fahrlässig vergeben. Am Ende rettet sich der Gast über die Zeit.

„Wir hätten zur Halbzeit vielleicht ein Tor höher führen können. Aber generell habe ich ein Spiel mit so vielen Torchancen, das am Ende nur 1:0 ausgeht, noch nie erlebt“, sagt Gehrmann, der mit seinem Team nun drei Punkte vor Ilshofen liegt. „Von uns war es eine sehr gute zweite Halbzeit. Auf diese Leistung können wir stolz sein“, resümiert Kettemann nach dem Spiel, die verschwitzten Haare in eine rote Decke gehüllt. „Ich habe den Jungs nichts besonderes in der Kabine gesagt, nur, dass wir unser Spiel weiter durchziehen müssen. Insgesamt dürfen wir nicht vergessen, gegen wen wir gespielt haben“, sagt Kettemann, der die höherklassige Erfahrung bei vielen Freiberger Spielern anspricht.

Trotz der Niederlage und der Enttäuschung, die in den Gesichtern der Ilshofener Spieler direkt nach der Partie zu sehen ist, muss sich der Aufsteiger nicht lange grämen. Mit Platz 7 und 24 Punkten ist man mehr als im Soll. Am nächsten Samstag geht es nach Ravensburg.

SO SPIELTEN SIE

Ilshofen: Jonas Wieszt, Dominik Rummler (74. Michele Varallo), Lamar Yarbrough, Maximilian Egner, Baba Mbodji (10. Simon Wilske), Carl Murphy, Ralf Kettemann, Daniel Schelhorn (74. Niklas Wackler), Sangar Aziz, Lukas Lienert, Lukas Lindner (74. Benjamin Kurz)