Eine „erwachsene“ Leistung des TSV Ilshofen

TSV Ilshofen vs SV Linx 2:0

Tore: Tore: 1:0 Mbodji (57.), 2:0 Kettemann (64.)

Ilshofen / Hartmut Ruffer 22.10.2018

Die Lautsprecherboxen am Ilshofener Sportgelände müssen einiges aushalten. Betreten die Mannschaften das Spielfeld dröhnt Metallicas „Enter Sandman“ aus ihnen und nach dem Schlusspfiff folgt immer häufiger Paretymusik, schließlich ist der TSV Ilshofen zuletzt sehr erfolgreich.

Diesmal war die Anlage zu DJ Ötzis „A Mann für Amore“ bis zum Anschlag aufgedreht. Doch statt des normalen Refrains „ A Mann für Amore“ sangen die Ilshofener Spiel laut und schräg „Baba Mbodji“. Der Gefeierte, Torschütze des 1:0, hatte das Mikrofon selbst in der Hand und feierte ausgelassen mit seinen Teamkameraden den 2:0-Erfolg gegen den SV Linx, der verdient war, aber auch hart erkämpft.

Den Gästen merkte man fast eine Stunde lang nicht an, dass sie enorme Personalprobleme hatten. Auf fünf potenzielle Stammspieler musste SVL-Trainer Stefan Reiß verzichten. Hochmotiviert und aggressiv machte Linx den Ilshofenern das Leben schwer. Viele Zweikämpfe prägten die ersten 45 Minuten. Linx stand defensiv sehr geordnet, verschob schnell und schaltete auch gut aus der defensiven Fünferkette bei Ballbesitz in ein 3-4-3-System um.

Ilshofen hatte mehr Ballbesitz, wirkte engagiert, aber hatte kaum Torchancen. Ein Schuss von Lukas Lienert verfehlte das Linxer Tor um gut einen Meter. Außerdem köpfte Ramazan Kandazoglu eine Flanke von Carl Murphy weit am Gehäuse vorbei. Die rund 300 Zuschauer waren schon dafür dankbar und spendeten freundlichen Applaus, doch hier und da war auch etwas Grummeln zu vernehmen. Ilshofen hatte in dieser Saison selten einen Gast, der das Spielfeld so eng machte. Teilweise spielte sich das Geschehen innerhalb von 30 Metern ab.

Standard führt zum 1:0
Nach dem Wechsel wurde das Spiel zunächst etwas wilder. Ilshofen versuchte nun, mit schnelleren Kombinationen Druck aufzubauen, was nur teilweise gelang. Linx stand immer noch gut gestaffelt. Der Unterschied aber war, dass der SVL nun schneller als in Durchgang eins den Ball wieder verlor. Nach 57 Minuten bekam der Gastgeber einen Freistoß zugesprochen. Ilshofens Spielertrainer Ralf Kettemann täuschte zuerst ein flaches Zuspiel an. „Ich hatte gesehen, dass Daniel Schelhorn seinen kopfballstarken Gegenspieler dadurch herausgelockt hatte und entschied mich dann für eine Flanke auf den zweiten Pfosten.“ Das war die richtige Entscheidung, denn dort gewann ein Ilshofener das Kopfballduell und legte auf Baba Mbodji, der den Ball aus kurzer Distanz ins Netz jagte.

Manchmal sorgt das erste Tor schon für die Entscheidung, in Ilshofen war das am Samstagnachmittag der Fall. Linx erholte sich nicht mehr. Keine 60 Sekunden nach Wiederanpfiff hämmerte Lukas Lindner den Ball an die Oberkante der Latte. Dem Spielertrainer blieb es vorbehalten, nach 64 Minuten für die Entscheidung zu sorgen. Der Linxer Torwart Kevin Mury wehrte einen Eckball mit nur einer Hand zu kurz ab, Kettemann schlenzte den Ball aus 16 Metern ins linke obere Eck. Linx war geschlagen. Ilshofen spielte die letzten Minuten souverän. Die Gäste waren zwar weiterhin bemüht, doch der Gastgeber ließ keine einzige Torchance zu – eine Qualität, die den TSV schon in den vergangenen Spiele ausgezeichnet hatte.

So hatte Ralf Kettemann auch wenig zu kritisieren. „Wir haben in der ersten Halbzeit vom Gegner schwer Feuer bekommen. Linx lief uns clever an, wir hatten nur sehr wenig Raum. Doch wie wir die Ruhe bewahrt haben – das war geil. Wir hatten dann unsere Chancen und haben sie auch genutzt. Das war eine erwachsene Leistung“, merkt Kettemann mit Stolz in der Stimme an.

Mit 21 Punkten steht der TSV Ilshofen auf Rang 8 der Tabelle, ist damit mit Abstand bester Aufsteiger und schon ordentlich weit von der Abstiegsregion entfernt. Dort steht die TSG Backnang, die der nächste Gegner des TSV ist. Das Regionalduell wird am kommenden Samstag um 15.30 Uhr im Etzwiesenstadion angepfiffen.

SO SPIELTEN SIE

Ilshofen: Jonas Wieszt, Carl Murphy, Maximilian Egner, Dominik Rummler (80. Simon Wilske), Lamar Yarbrough, Baba Mbodji, Lukas Lienert (67. Sangar Aziz), Ramazan Kandazoglu (61. Niklas Wackler), Daniel Schelhorn, Ralf Kettemann. Lukas Lindner (70. Michele Varallo)

Schiedsrichter: Maurice Kern (Stuttgart)

Die Zusammenfassung von Werner Kurz gibt es unter:

https://www.youtube.com/watch?v=-wsJnVKELMU

Bilder von Werner Kurz gibt es ab sofort direkt auf unserer Homepage unter:

https://www.tsvilshofen-fussball.de/bilder-2/