Daniel Schmelzle im „Aktuellen Sportstudio“

Wenn Daniel Schmelzle von seinem Auftritt im Aktuellen Sportstudio spricht, dann hört man in seiner Stimme noch jede Menge Begeisterung. Ein „brutales“ Erlebnis war es für den 27-jährigen Verteidiger des TSV Ilshofen, der beim Torwandschießen gleich vier Mal traf. Das führte dazu, dass sein Teamkollege Lukas Lienert seinen Status bei einem Messengerdienst änderte, einen Screenshot mit dem Bild Schmelzles einfügte – mit der Bemerkung „geisteskrank“. Der so Gepriesene kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Er berichtet von einem außergewöhnlichen Tag.

Direkt nach dem 1:1 des TSV Ilshofen gegen Dorfmerkingen wurde er von seinem Teamkollegen Bejamin Kurz nach Mainz gefahren. Kurz hatte den Auftritt eingefädelt, weil er Schmelzles 55-Meter-Tor in einem Vorbereitungsspiel ohne dessen Wissen zur Abstimmung bei fussball.de eingeschickt hatte – und dieser Treffer prompt die meisten Stimmen erhielt. Deshalb durfte Daniel Schmelzle zum Torwandschießen ins Sportstudio.

„Als wir im Hotel den Anruf bekamen, dass ein Taxi für Herrn Schmelzle zum Sportstudio da ist, da ging mir schon etwas der Stift“, bekennt der Verteidiger. „Beim ZDF angekommen wurden Benni und ich in einen VIP-Raum geführt. Da gab es nur vom Feinsten“, staunte er. Dort lernten Schmelzle und Kurz die beiden weiteren Studiogäste kennen, die Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Aljona Savchenko und Alexander Rosen. Gegen den Direktor Profifußball der TSG Hoffenheim sollte Daniel Schmelzle an der Torwand antreten. „Wir hatten mit allen etwas Smalltalk. Alexander Rosen und ich durften dann fünf Minuten an der Torwand Probeschießen. Er ist ein Supertyp, wir haben uns auch nach der Sendung noch lange unterhalten. Ein bisschen hat er mir beim Probeschießen die Nervosität genommen.“

Auch deshalb, weil Schmelzles Technik, beim Schuss auf das untere Torwandloch den Ball leicht anzuheben, gut funktionierte. „Man glaubt nicht, was für Gedanken man sich im Vorfeld allein über die Schuhwahl macht. Ich habe mir echt lange den Kopf zerbrochen. Klar, auf keinen Fall etwas mit Absätzen. Letztlich habe ich mich für das Paar Sportschuhe entschieden, das wir beim TSV Ilshofen von unserem Ausrüster gestellt bekommen haben. Da ist mein Name, meine Nummer und auch das Vereinswappen drauf.“

Mit Mikro im Publikum

Dann ging es für Daniel Schmelzle in die Maske, er bekam ein Mikrofon angesteckt und saß zunächst im Publikum. „Während eines Beitrags wurde ich dann darum gebeten, mich auf einen markierten Platz zu stellen. Dann hieß es: Noch 30 Sekunden, noch 20, noch 10 – und da war ich doch ganz schön nervös.“

Für die Zuschauer war das alles nicht zu sehen. Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein stellte Daniel Schmelzle kurz vor, sein Treffer wurde eingespielt und dann ging es an die Torwand. Zwar hätte Schmelzle es auch schön gefunden, wenn zumindest kurz über den TSV Ilshofen gesprochen worden wäre, „aber es war auch so in Ordnung. Ich hatte Angst, dass ich mich verbabbel“, meint er mit einem Lächeln.

Beim Torwandschießen lief es prächtig. Gleich der erste Schuss war drin, der zweite sprang raus, obwohl er eigentlich schon drin war. Katrin Müller-Hohenstein wollte scherzhaft die Torlinientechnik benutzen. Der dritte saß erneut, und da Alexander Rosen oben keinen Treffer hinbekam, war Daniel Schmelzle schon Sieger des Duells. Das war durchaus wichtig, denn so kommt er noch einmal zum Torwandschießen. Alle Amateurkicker, die ihr Duell an der Torwand gegen den Prominenten gewonnen haben, werden Ende der Saison noch einmal zwei ausspielen, die dann um den Hauptpreis (25 000 Euro) auf die Torwand schießen. So konnte Daniel Schmelzle locker an die drei Schüsse aufs obere Loch gehen – und traf zwei weitere Male.

Geht es nach Katrin Müller-Hohenstein, dann ist Daniel Schmelzle gut im Rennen um den Hauptpreis. Mit einem fast schon verlegenen Schmunzeln meinte der Ilshofen-Verteidiger: „Vier Treffer hatte sie auch schon lange nicht mehr, sagte sie mir hinterher. Ich sei ein Kandidat für sechs Treffer.“

Dank seines Siegs über Alexander Rosen hat Daniel Schmelzle einen 1000-Euro-Gutschein bei einem Sportausrüster gewonnen. „Da werde ich Benni auf jeden Fall mitnehmen“, verspricht Daniel Schmelzle dem „Verursacher“ seines Auftritts. Und er werde sich noch etwas Weiteres einfallen lassen, um sich zu bedanken.

Nach dem Sportstudio wollten Daniel Schmelzle und Benjamin Kurz noch die Mainzer Innenstadt kennenlernen. „Viel los war da nicht, deshalb haben wir den Abend an der Hotelbar ausklingen lassen.“

Sein Auftritt blieb nicht unbeobachtet. „Mein Smartphone ist fast explodiert vor lauter Nachrichten! Bei meinem Ex-Verein Hollenbach haben sie meinen Auftritt im Vereinsheim angeschaut und mir davon ein Video geschickt“, nennt er ein Beispiel. Mit dem Beantworten kam er kaum hinterher nach diesem außergewöhnlichen Tag.

Quelle: Haller Tagblatt